Elise Bartels Lebensgeschichte zeigt eindrucksvoll die Entwicklung von der rechtlosen Arbeitertochter zur selbstbewussten Frauen- und Sozialpolitikerin. Als Motto könnte über ihrem Leben stehen „Die Verhältnisse treiben, statt sich von ihnen treiben zu lassen.“
Sie lebte vor, was sie vertrat: dass Frauen durch politische Arbeit ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und gestalten können. Die Arbeitertochter gehörte zur ersten Frauengeneration im Deutschen Reichstag. Sie hatte sich in der Sozialdemokratie zu einer gefragten „Frauenagitorin“ entwickelt und zog 1919 in den Hildesheimer Stadtrat ein. Außerdem gründete die AWO mit und baute das „Hildesheimer Volksblatt“ samt Verlag und Druckerei sowie die Volksbibliothek auf.
Der für Frauen eng begrenzte Erfahrungsbereich des Kaiserreichs wird von ihr durch die Chancen, die sich ihr im sozialdemokratischen Milieu bieten, ausgeweitet und immer reicher gestaltet. Sie tritt aus der Familie heraus und schafft den organisatorischen Rahmen für die Entfaltung und Befriedigung ihrer emanzipatorischen Bedürfnisse, die gleichzeitig Differenzierung und Stärkung der sozial-demokratischen Organisation im Bezirk Hannover bedeuten und Elise Bartels gewinnt durch Gestaltung Ansehen, Einfluss und Macht:
Nach ihrer Lehre als Stickerin, Arbeit in der Fabrik, Heirat, Geburt zweier Töchter initiiert Elise Bartels innerhalb der Sozialdemokratie Kinderausflüge, Jugend- und Frauenarbeit. Als gefragte „Frauenagitatorin“ wird sie 1919 ins Bürgervorsteherkollegium ihrer Heimatstadt gewählt, gründet sie die AWO im Reich, im Bezirk Hannover und Hildesheim und wird 1920 Kandidatin der SPD für den Reichstag.
Nachdem sie nicht gewählt wird, gründet sie das Hildesheimer Volksblatt, eine Druckerei und die Volksbibliothek.
Text: Rotraut Hammer-Sohns, M.A., Projektleiterin
Der frauenORT Elise Bartels
in Hildesheim ist ein
Kooperationsprojekt mit dem
Landesfrauenrat Niedersachsen e.V.
Siehe auch: frauenOrt Hildesheim


FrauenOrte Niedersachsen
Landesfrauenrat-Niedersachsen e.V.
An jeder Zeitwende ruft das Labyrinth sich in Erinnerung, als wollte es sich anbieten zur Neuorientierung, zur Besinnung auf uralte Gesetze des Lebens, ein Zeichen der Vielfalt und der Begrenzung.
Agnes Barmettler, Schweizer Labyrinth-Künstlerin, die das Hildesheimer Labyrinth mit initiiert hat.